Tuesday, February 9, 2010

kopierschutz-blog.de

RandyFisher's Blog über X-Protect, Kopierschutzverfahren und mehr…

Archive for the ‘Zensur’ Category

Zensur: Crank 2

Posted by admin On Oktober - 14 - 2009

Crank 2 Vergangenen Freitag war es endlich so weit: Die Fortsetzung des Actionkrachers Crank ist endlich auf DVD und BluRay erschienen. Doch man mag es kaum glauben, welches Chaos hier auf Grund der strengen Freigaben der FSK veranstaltet wurde. Crank 2 ist nämlich in sage und schreibe 3 Versionen erschienen. Darunter ist sowohl eine FSK 16-Fassung, als auch eine FSK 18-Fassung, sowie eine Fassung ohne jegliche FSK-Freigabe. Nur letztere ist allerdings wirklich Uncut. Die ersteren beiden sind unterdessen teils stark geschnitten. Bei der 16er-Fassung sind ganze 9 Minuten unter die Schere gekommen und selbst die 18er-Fassung ist noch um 3 Minuten gekürzt. Besonders krass mag da die Tatsache sein, dass in der 18er-Fassung eine Szene gegen Ende des Films mit einem großen schwarzen Rechteck, anstelle eines Schnitts, zensiert wurde. Fraglich ist hierbei allerdings, warum es nötig ist, einen Film, der bereits mit der FSK 18-Freigabe gekennzeichnet wurde, derart zu zensieren. Ungeschnitten ist allerdings lediglich die Fassung mit der Freigabe “SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendfreigabe”, die außerdem einen “Uncut”-Schriftzug auf rotem Hintergrunde am oberen Rand des Covers trägt. Diese Fassung ist sowohl im Verkauf mit 2 DVDs, als auch im Verleih mit 1 DVD im Steelbook erschienen. Und alle, denen auch die Optik sehr wichtig ist, dürfen sich über die Tatsache freuen, dass das SPIO/JK-Siegel natürlich nur klein auf der Rückseite der DVD abgedruckt wurde. Ein Frontlogo, oder gar ein Hinweis auf das empfohlene Mindestalter ist paradoxerweise auf der ungeschnittenen DVD (im Gegensatz zu den geschnittenen Fassungen) nicht zu finden, was allerdings ein Wendecover überflüssig macht. Dies ist im Übrigen ein weiterer Grund, weshalb es nicht sinnvoll ist, der FSK das Ablehnen von Freigaben zu erlauben – schließlich können die meisten Eltern vermutlich nichts mit einem SPIO/JK-Siegel anfangen. Zu guter letzt allerdings noch zu einer schlechten Nachricht: Durch die JK-Freigabe kann die Uncut-Fassung im Nachhinein noch indiziert werden.

Crank 2: High Voltage (Uncut) als 2-Disc Special Edition bestellen.

Warum Kinderpornosperren unsinnig sind

Posted by admin On September - 2 - 2009

zensursula_stop2Seit langem schon gibt es immer wieder Debatten darüber, dass die Vergewaltigung von Kindern verhindert werden müsse und dass gerade die Würde der Kinder wichtig sei. Insbesondere Familienminsterin Ursula von der Leyen (CDU), die von Gegnern gerne als “Zensursula” bezeichnet wird, strebt dafür die Einführung eine Stopp-Schildes an, das entsprechende kinderpornografische Seiten sperren soll. Während sie sie immer wieder behauptet, dass so die Nachfrage stark verringert werden könne, spricht sie immer wieder davon, dass Server mit Kinderpornografie in Ländern stünden, in denen Kinderpornografie nicht strafbar seie.

Doch das ist absoluter Blödsinn! Kinderpornografie ist nämlich in jedem Land der Welt, in dem Server betrieben werden, illegal. Lediglich in einigen afrikanischen Ländern, in denen Anarchie und Krieg herrscht (und dementsprechend auch keine Server betrieben werden), ist Kinderpornografie nicht illegal. Das sind allerdings auch Länder, die ohnehin andere Probleme haben…

In allen anderen Ländern ist Kinderpornografie unter Strafe gestellt. Auch Indien, auch wenn “Zensursula” hier gerne etwas anderes behaupten mag. Noch dazu befindet sich ein Großteil der Kinderpornografie auf europäischen und amerikanischen Servern. Hier reicht i.d.R. sogar ein kurzer Anruf beim Provider aus, um den Inhalt zu löschen. Oftmals wissen die nur nichts davon, da sie kaum genug Mitarbeiter haben, um die Inhalte ihrer tausenden Kunden ständig zu prüfen. Da aber nicht der Kunde, sondern der Provider haftet, werden die Inhalte nach einem kurzen Anruf gelöscht. Das ist sogar bereits mehrfach belegt.

Außerdem hat bspw. Interpol innerhalb Europas und der USA mehr als genügend Handlungsspielraum, um entsprechende Server vom Netz zu nehmen und nach den Tätern zu fahnden. Doch, statt den Behörden ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, führt man lieber Internetsperren ein und verschwendet das Geld an die Banken.

Im Übrigen: Ich behaupte nun einfach mal, dass 70 – 80 % des gesamten kinderpornografischen Materials, via Filesharing-Netzwerke, VPN, privaten (nicht öffentlichen) Servern und auf dem analogen Wege (per DVD) vertrieben werden. Wie willst du hier Sperren anwenden?

Nehme doch einfach mal die australische Sperrliste, die du bei Wikileaks findest. Dort sind massig Kinderpornoseiten aufgelistet, die alle noch abrufbar sind. Durch eine kurze Whois-Anfrage, oder durch Anfrage bei der jew. Registrierungsstelle, kannst du doch problemlos herausfinden, von wo die Seite registriert wurde und wo sich der Server befindet. Dabei wirst du feststellen, dass die meisten Server in Europa und den USA stehen. Zwar kann es durchaus sein, dass der Webseitenbetreiber sich unter falschem Namen registriert, doch der Provider, bzw. Hoster ist in jedem Fall identifizierbar. Und der ist verpflichtet, diese Seiten aus dem Netz zu nehmen, andernfalls macht er sich nämlich auch strafbar. Demnach wird er also keinerlei Widerstand leisten – trotzdem sind die entsprechenden Seiten, die sich in den USA und Europa befinden, nach Jahren noch online!

Und dieser jeweilige Hoster hat natürlich in seinen Logs auch entsprechende Daten, die er an die Behörden weitergeben kann und auch muss. Darunter u.a. die Quelle des Geldes und die IP(s) mit denen sich der jew. Kunde eingeloggt hat. Anhand dieser Daten könnten die Behörden doch problemlos die Fahndung aufnehmen.

Doch Fakt ist: Es passiert nichts. Stattdessen will man unser Internet zensieren und mit einem Stop-Schild so tun, als gäbe es all das nicht. Was man nicht sieht, stört einem ja bekanntlich nicht und es fällt nicht mehr auf, wenn die Behörden ihren Arsch nicht mehr bewegen.

Von der problemlos möglichen Umgehung der Sperren brauch ich vermutlich auch gar nicht erst anzufangen…

Inside beschlagnahmt

Posted by admin On Juli - 24 - 2009

insideNun ist offiziell, womit Filmfans schon seit langem rechneten: Der umstrittene Horrorfilm Inside vom inzwischen nicht mehr existenten Senator-Sublabel Autobahn wurde beschlagnahmt. Dies gab das Amtsgericht Tiergarten in Berlin und der IVD (Interessenverband des Video- und Medienfachhandels) gestern bekannt.

Das Kuriose an der Geschichte: Die um 1:54 Min. gekürzte Fassung war bereits indiziert, nachdem sie zuvor ein “keine schwere Jugendgefährdung” von der Juristenkomission (JK) bekam. Somit ist dies bereits die vierte Beschlagnahmung in einem Jahr, die trotz der Kürzung stattgefunden hat. Und es handelt sich um den zweiten Titel, der trotz der niedrigen “keine schwere Jugendgefährdung” von einer Beschlagnahmung betroffen ist. Für gewöhnlich werden lediglich Titel mit “strafrechtlich unbedenklich” beschlagnahmt. Grund dürfte vermutlich Gewaltverherrlichung nach $131 StGB sein.

Ungeschnitten war und ist diese DVD lediglich in Österreich via NSM Recrods erhältlich. Nun ist außerdem auch die geschnittene Fassung in Deutschland nicht mehr zu kaufen, denn durch die Beschlagnahmung gilt ein bundesweites Verkaufsverbot (nicht Kaufsverbot).

Die Erwachsenenbevormundung und Zensur in Deutschland nimmt also seinen Lauf. Fraglich ist, wann Titel, wie “Martyrs”, welcher in Deutschland nur im Verleih erhältlich ist, folgen.