Nach all den Kopierschutzärgereien und Kompatibilitätsproblemen über die ich hier normalerweise berichte, dürfen wir uns nun endlich mal zurücklehnen. Vor allem diejenigen unter euch, die ständig aufstehen müssen, um ihr TV-Gerät umzuschalten, weil sie zuhause eine oder mehrere defekte Fernbedienungen herumliegen haben. Wir haben nämlich heute zwei Universal-Fernbedienungen im Test, die hier ein wenig abhilfe schaffen: Die Xsight Touch und die Xsight Colour der Marke One-for-all von Universal Electronics. Die beiden Fernbedienungen sind jew. für etwa 145 Euro (Xsight Touch) und knapp 92 Euro (Xsight Colour) bei Amazon erhätlich. Das mag auf den ersten Blick teuer sein, doch haben die Fernbedienungen auch einige interessante Zusatzfunktionen zu bieten, die den Preis rechtfertigen. Dazu aber später mehr…
Ausstattung
Kommen wir zunächst zur Ausstattung der Produkte, die beide in eingeschweißten Plastikverpackungen ausgeliefert werden. Hier finden wir neben der Fernbedienungen nämlich auch eine Kurzanleitung, eine CD-ROM, sowie einen USB-Kabel für den Anschluss an den PC. Im Falle der Xsight Touch finden wir zudem noch ein Lithium-Ionen-Akku, sowie ein passendes Ladegerät vor. Entgegen der Kurzanleitung ist es allerdings nicht nötig, dies vor dem ersten Gebrauch aufzuladen, da es uns bereits teilweise aufgeladen geliefert wurde. Zwar mag es sinnvoll sein, dieses zuvor noch vollständig aufzuladen, doch ist es durchaus für einige Zeit auch so einsatzbereit. Kommen wir also möglichst bald zur Einrichtung, bei der die Kurzanleitung, die uns im Großen und Ganzen lediglich verrät, dass wir das Akku aufladen und den Bildschirm-/Displayanweisungen folgen sollten, nicht gerade behilflich ist. In Anbetracht der doch etwas unübersichtlichen Struktur der Kurzanleitung, dürfte diese wohl überflüssig sein und schnell in einer Ecke rumfliegen.
Design
Kommen wir also zunächst noch zum Design der Fernbedienung, die in der Tat richtig schick aussieht. Dieses ist nämlich fast vollständig verchromt, was richtig gut aussieht, allerdings leider dazu führt, dass wir bereits nach 2 Minuten Gebrauch, die ersten Fingerabdrücke erkennen können. Davon abgesehen, punktet aber vor allem die Anordnung der Tatstenblöcke, die ähnlich strukturiert sind, wie übliche Sony-Fernbedienungen. So finden wir beim Xsight Touch am oberen Ende der Fernbedienung einen Touchscreen und beim Xsight Colour ein normales Farbdisplay. Darunter sind dann beide Fernbedienungen identisch, angefangen mit dem üblichen Bedienungskreuz, bzw. -kreis, der beim Zappen und der Lautstärkeeinstellung sehr praktisch ist. Gleich danach folgt ein praktisches Wiedergabefeld, welches vor allem für DVD/CD-Player und VHS-Geräte interessant sein dürfte. Und gleich darunter findet sich der normale Ziffernblock, der im Menü gelegentlich auch zur Texteingabe dient. Wir sehen also: Wir haben eine perfekte Anordung der jeweiligen Bereiche – allerdings wird die Fernbedienung dadurch vergleichsweise groß.
Einrichtung
Machen wir aber weiter mit dem Wesentlichen, nämlich der Einrichtung. Und die gestaltet sich ein wenig umständlicher, als die eigentliche Bedienung. Das mag daran liegen, dass wir hier verschiedene Vorgehensweisen zur Auswahl haben, die nicht alle immer zum Erfolg führen. Die erste und naheliegendste Möglichkeit ist hierbei die Einrichtung via Auswahl der Gerätemarke direkt in der Fernbedienung selbst. Dies machen wir, im Falle des Xsight Touch, indem wir bequem via Touchscreen in die Geräteeinstellungen navigieren und unser Gerät hinzufügen. Doch bereits der Weg dorthin führt über manche Hürden, denn zuvor bekommen wir einige Kinderkrankheiten zu spüren. Weder der Touchscreen noch der physikalische Scrollbalken darunter sind wirklich ausgereift, wenngleich sie durchaus funktionsfähig sind. So müssen wir also schnell feststellen, dass bei einer leichten Berührung des Touchscreens schlicht nichts passiert. Anders, als bspw. bei aktuellen Touchscreen-Handys müssen wir also ein wenig fester drücken – dann klappt es auch. Noch komplizierter ist unterdessen der Scrollbalken direkt unter dem Touchscreen. Statt, wie angenommen, nämlich einfach auf das rechte oder linke Ende dieses Balkens zu drücken, müssen wir tatsächlich unseren Finger darüber ziehen. Leider wird wohl nicht jeder auf die Idee kommen, dies zu tun – und gerade ältere Benutzer dürften ein wenig verwirrt sein. Wenn dies allerdings erstmal geklappt ist, kommt die nächste Hürde: Wer exotische oder ältere Geräte hat, wird womöglich nicht einmal seine Gerätemarke vorfinden. Bei zwei unseren Testgeräten ist dies auch der Fall gewesen. So hilft uns die integrierte Einrichtungsmöglichkeit also schonmal nicht weiter, da andere Markencodes mit den Geräten verständlicherweise den Dienst verweigern.
An der Stelle kommt eine andere interessante Funktion, mit der wir beim Xsight Touch unsere Tasten einfach auf den Touchscreen legen können: Die Lernfunktion. Dabei halten wir einfach die Originalfernbedienung an das hintere Ende unserer Xsight-Fernbedienung, drücken die jeweilige Taste und – siehe da – die Funktion wird abgefangen und hinzugefügt. Danach müssen wir der Taste nur noch einen Namen geben und können genau diese Funktion dann via Touchscreen ausführen – und das klappt, erstaunlicherweise, mit tatsächlich jeder Fernbedienung. Doch Stop: Ein Problem bleibt immernoch. Was tun, wenn die Originalfernbedienung bereits defekt ist? Zugegeben, dies mag einer der häufigsten Gründe sein, sich eine Universalfernbedienung anzuschaffen. Da wir im Falle einer defekten Originalfernbedienung auch mit dieser Funktion nicht weiterkommen, macht die Lernfunktion also nur sehr bedingt Sinn, auch wenn sie durchaus etwas bemerkenswertes ansich hat.
Zum Glück allerdings haben wir noch eine dritte Möglichkeit unsere Fernbedienung einzurichten: Via PC. Hierfür bekommen wir sowohl eine CD-ROM mit Konfigurationssoftware und einen USB-Kabel mitgeliefert. Probleme gibt es zunächst nicht, bereits kurz nach dem Einstecken, wird die Fernbedienung via Plug & Play erkannt und ist einsatzbereit (getestet unter XP Professional SP3). Danach installieren wir die Software, bei der wir wieder einiges bemerken, das bei manchen auf wenig Sympathien stoßen wird: Es wird sowohl ein Internetanschluss benötigt, als auch das .NET Framework zwingend installiert. Und noch schlimmer: Da das .NET Framework mit Firefox nicht kompatibel ist, sind wir quasi gezwungen, die Fernbedienung, via Internet Explorer zu konfigurieren. Obwohl sowieso bereits fraglich ist, weshalb wir kein Stand-Alone-Programm geboten bekommen, dürfte ein IE-Zwang ein No-go sein. Nun denn, sei’s drum… testen wir es doch mal aus. Und das hat auch erstaunlich gut geklappt. Nur eines bleibt fraglich: Während wir die Fernbedienung via Internet Explorer konfigurieren, werden die Konfigurationsdaten und auch das Firmware-Update via USB an die Fernbedienung übertragen. Man darf also durchaus annehmen, dass es ein Sicherheitsrisiko darstellt, wenn der Webbrowser und die darin ausgeführten Seiten, in der Lage sind, auf den USB-Anschluss zuzugreifen – das sollte so nicht sein. Nimmt man das allerdings in Kauf bekommt man einige interessante Funktionen geboten und hat nun endlich auch die Möglichkeit, die Fernbedienung vollständig zu konfigurieren. Zwar ist es bedenklich, dass dies nicht auch ohne Internetzugang möglich ist, doch bekommen wir im Konfigurationsmenü nun endlich auch exotische Marken angezeigt – und darunter waren selbst unsere beiden Geräte, die vorhin noch Probleme machten. Sobald man dann seine Marke gefunden und ausgewählt hat, hat man die Möglichkeit, die Seriennummer des Gerätes oder der Fernbedienung direkt einzugeben, oder einfach alle für diese Marken möglichen Kombinationen zu testen. Da das meist nicht allzu viele sind, geht dies recht schnell vonstatten. Und danach können wir aufatmen: Die Fernbedienung funktioniert einwandfrei.
Benutzerfreundlichkeit
Nun aber zum praktischen Teil, den besonderen Zusatzfunktionen. Die erste und praktischste Funktion ist die, dass wir die einzelnen Tastenblöcke frei zuweisen können. Nachdem wir mehrere Geräte eingerichtet haben, wie z.b. Fernseher, SAT-Receiver und DVD-Player, können wir die Fernbedienung so einrichten, dass die für uns wichtigsten Tasten ohne Wechsel zwischen den Geräten, verwendbar sind. So können wir bspw. entscheiden, ob das Bedienfeld zum Zappen und Regeln der Lautstärke dem Fernseher oder einem anderen Gerät zugewiesen werden soll. Gleichzeitig können wir aber das Widergabefeld einem DVD-Player oder ähnlichem Gerät zuweisen und den Ziffernblock einem weiteren Gerät. Bei der oben genannten Gerätekonstellation könnten wir also problemlos alle Geräte gleichzeitig verwenden. Mit dem Bedienfeldkreis in der Mitte können wir den Fernseher zappen und die Lautstärke regeln, mit dem zusätzlichen Zapping-Tasten daneben können wir gleichzeitig auch den SAT-Receiver oder eine Set-Top-Box umschalten, die Farbtasten darunter sind unterdessen wieder dem Fernseher zugewiesen, um z.b. den Videotext optimal bedienen zu können (falls der Sat-Receiver eine solche Funktion bietet, können wir diese aber auch diesem zuweisen), mit dem Wiedergabefeld können wir ohne auf der Fernbedienung ein anderes Gerät auszuwählen, den DVD-Player oder -Rekorder bedienen und auch den Ziffernblock können wir auf den Sat-Receiver verweisen. Die Xsight-Fernbedienungen sind also darauf ausgelegt, drei Geräte gleichzeitig zu bedienen, ohne die Funktionen zu wechseln – für einen Durchschnittshaushalt optimal und äußerst praktisch. Noch dazu gibt es eine weitere praktische Funktion: Die Favoriten. Wer also schnell zwischen seinen Lieblingssender hin und herwechseln möchte, kann via Computer, Profile mit Sendern einstellen. Dabei bietet uns die Fernbedienung ein Multi-User-System, das das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Favoriten-Profile anbietet. Die Konfiguration läuft unterdessen sehr einfach via Rechner. Wir wählen einfach der Gerät aus, für das die Senderfavoriten eingestellt werden sollen, wählen einen Sender samt Logo aus der Liste aus, weisen diesem die Programmzahl zu, auf der der Sender gespeichert ist und speichern das Profil unter einem bestimmten Namen ab. Selbiges machen wir für alle anderen, die die Fernbedienung verwenden müssen/möchten, auch. Danach haben wir im Falle des Xsight Touch problemlos die Möglichkeit über das Touchscreen, schnell auf die Lieblingssender umzuschalten – und bei manchen Sendern bekommen wir dabei auch noch das Senderlogo gleich auf dem Display angezeigt. Praktischer geht’s kaum.
Hier ein kurzes Video, das die relativ leichte Einrichtung der Fernbedienung beschreibt: http://www.amazon.de/gp/mpd/permalink/m3IY89NTK25OTL
Aktivitätenmanager
Eine Funktion, die wohl genial und dämlich zugleich ist, ist die sog. “Aktivitäten“-Funktion. Hier nämlich kann man bestimmte Vorgänge speichern und per Knopfdruck speichern. So ist es beispielsweise möglich, Tastenkombinationen ausführen zu lassen. So kann die Fernbedienung ein Gerät automatisch nacheinander einschalten und umschalten und unterdessen den DVD-Rekorder starten, um die Sendung aufzunehmen. Klingt genial – ist es eigentlich auch. Nur die wichtigste Funktion fehlt dabei: Der Timer. Welchen Sinn macht schließlich das Einprogrammieren von automatischen Bedienungen von Tastenkombinationen, wenn man sie nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt einstellen kann? Gerade diejenigen, die gern mehrere Sendungen auf verschiedenen Sendern am selben Tag aufnehmen möchten, in ihrem SAT-Receiver oder ihrer Set-Top-Box allerdings keine Timerfunktion haben, würden sich eine solche Funktion sicherlich wünschen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist man allerdings gezwungen, die Aktivität per Hand auszuführen. Das sorgt zwar für mehr Bequemlichkeit, bietet aber ansonsten keinen Nutzen. Die Tasten ganz normal per Hand zu drücken, sollte schließlich nicht allzu schwer sein… was diese Sache also betrifft: Aufgabe verfehlt.
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Fazit:
Universal-Fernbedienungen, die auf Grund ihres hohen Funktionsumfangs und ihrer außergewöhnlich hohen Erkennungsrate von Geräten, besonders für Besitzer von älteren oder exotischen Geräten interessant ist. Die leichte Bedienung und die Möglichkeit, Tastenblöcke frei zuzuweisen, sorgen zudem für hohe Benutzerfreundlichkeit.
Erst vor kurzem hatte der Landeswahlausschuss in NRW, die abgegebenen Unterstützerunterschriften bemängelt, da diese offensichtlich einen Formfehler auf Grund von PDF-Eingabefeldern hatten. 900 der 2000 Unterschriften wurden nicht anerkannt. Zwar hat sich an diesem Zustand auch nichts geändert, doch haben die Piraten NRW es geschafft, weitere 900 Unterschriften zu sammeln und so die Wahlzulassung zu sichern. Die Piratenpartei wird also auch in NRW am 27. September auch in Nordrhein-Westfalen zur Bundestagswahl antreten. 